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Bullerborn

Nachdem der Bullerborn Anfang März 2010 wieder sprudelte, glaubten alle Beteiligten, dass mit der Reparatur des Drainagerohres der Fehler behoben sei. Doch schon nach wenigen Monaten musste man sich eines Besseren belehren lassen. Nach ergiebigen Regengüssen Ende August 2010 trat erneut Wasser aus und zwar im Bereich unterhalb der verlegten Drainage bis hin zum Grundstück Wloschinski (Rannenberger Str. 14).

Im eigentlichen Bereich Bullerborn, in dem die Drainage verlegt wurde (in einer Länge von ca. 50 lfdm. unterhalb des Wohnhauses Klie, In der Reete 1) traten erhebliche Absenkungen und Verwerfungen des Straßenkörpers auf. Im Bereich des Hocheinbaus wurde die Fahrbahn in Teilbereichen bis zu 8 cm angehoben. Vermutlich hängt das mit Ausschwemmungen von Feinteilen zusammen. Die Gemeindeverwaltung wurde sofort aktiv und nahm Kontakt zu den beteiligten Firmen auf. In einem gemeinsamen Gespräch kam man zu dem Ergebnis, ein Gutachten einzuholen. Das Gutachten liegt inzwischen vor. Eindeutige Hinweise auf den Verursacher sind jedoch nicht zu erkennen. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses der Gemeinde Auetal am 5. Mai 2011 teilte Bürgermeister Priemer mit: "Es wird wohl zu einem Rechtsstreit kommen, um herauszufinden, wer die Kosten zu tragen hat."

Ergänzende Presseberichte finden Sie auf der Seite "Neues aus der Zeitung" unter "Sonstiges".

Im Sommer 2011 hat die Gemeinde Auetal beim Amtsgericht Bückeburg ein "Beweissicherungsverfahren" beantragt. Daraufhin hat das Gericht einen Gutachter bestellt. Dieser hat am 25. Oktober 2011 im Schadensbereich diverse Bohrproben entnommen. Das Gutachten liegt z. Zt. noch nicht vor. Es ist aber in Kürze mit der Fertigstellung zu rechnen. Sobald sich neue Informationen ergeben, werden wir hierüber informieren.

Anmerkung: Dieses Verfahren ist notwendig, da ein einseitig von einer Partei eingeschalteter Gutachter nicht die Gewähr der Unabhängigkeit bietet wie ein gerichtlich bestellter Gutachter.

 

Bullerborn: Saniert, kaputt und Tempo 10: Bleibt das hier so? Bericht der SZ vom 29.8.2012

Die Schaumburger Zeitung berichtet in Ihrer Ausgabe vom 29.8.2012 ausführlich über den Stand des Beweissicherungsverfahrens "Bullerborn". Lt. Aussage von Bürgermeister Priemer kann man über den Abschluss des Verfahrens noch keine Prognose treffen. Das könne ein paar Wochen, vielleicht ein paar Monate aber auch leicht ein paar Jahre dauern. Wir können mit dem Bürgermeister nur hoffen, dass möglicherweise in diesem Jahr das Ergebnis vorliegt und der Straßenbereich dann endlich auf lange Sicht saniert werden kann. Den Bericht der SZ finden Sie hier.

 

September 2014: Sanierung "Bullerborn" abgeschlossen

Nach knapp 5 Jahren ist es nun endlich soweit: der Bullerborn wurde saniert! Nachdem das sog. Beweissicherungsverfahren abgeschlossen war, zu dem verschiedene Gutachten erstellt wurden, konnte die Gemeinde einen außergerichtlichen Vergleich erzielen.  Mit den Arbeiten wurde Mitte August begonnen. Die ausführende Firma (Lübkemann Tiefbau GmbH, Landesbergen) hatte geplant, die Fertigstellung in ca. 3 Wochen zu erledigen. Der Zeitplan konnte eingehalten werden.

Während der Sanierungsphase wurde die Rannenberger Straße im Bereich "Bullerborn" voll gesperrt. Mit einem Klick können Sie die Planungsskizze aufrufen. Weiterhin haben wir für alle technisch Interessierten den Sanierungsplan eingestellt, den Sie mit einem Klick aufrufen können.

 Gleich am ersten Tag geschah ein kleines Mißgeschick: Das Telefonkabel wurde beschädigt. Alle südlich der Baustelle liegenden Grundstücke waren bis zum Abend hin von Telefon und Internet abgeschnitten.

Als erste Arbeit wurde die Sperrwand betoniert, die das Wasser abfangen soll. Oberhalb der Wand wurden zwei Schächte erstellt, in die das Wasser abgeleitet werden soll. Von hier soll es in die entsprechenden Kanäle geleitet werden. Bei Anfall großer Wassermengen wird das Wasser von den Schächten oberirdisch abgeleitet und zwar über eine quer im Straßenkörper verlegte Gosse.

Die weiteren Arbeiten führen wir chronologisch auf:

  • Verlegung von zusätzlichen Drainagekanälen außerhalb des Straßenkörpers

  • Abfräsen der Asphaltdecke (unbelastetes Material konnte an die Jagdgenossenschaft für den Wegebau "abgezweigt" werden)

  • Aushub des beschädigten Unterbaus im Bereich Bullerborn bis zum Eingang Grundstück Wloschinski (ca. 60 cm starke Schicht). Anschkließend Einbau von Mineralgemisch

  • Einbau von Tragschicht und Deckschicht

Mit diesen Arbeiten konnte die Sanierung abgeschlossen werden. Damit können wir hoffentlich das Kapitel "Bullerborn" endgültig schließen. Wir sind zuversichtlich, dass diese unsägliche Quelle nun für ewige Zeiten gebändigt wurde.

Zahlreiche Bilder vom alten Zustand, über Schäden, bis hin zur letzten Sanierung finden Sie hier.

Weitere Hinweise über den bisherigen Ablauf sowie zur Art der Ausführung finden Sie in den nachstehenden Presseberichten.

          

Presseberichte zum "Bullerborn"

 
"Bullerborn": Wasser sprudelt (3.4.10) Höchstens Tempo 30 (8.10.10)
Rbg. Straße erhält Provisorium (6.11.10) Bullerborn wird Streitfall (21.5.11)
Saniert, kaputt und Tempo 10 (29.8.12) Im Frühjahr wird saniert (29.1.14)
Absackungen und Aufwölbungen (17.5.14) Das bestmögliche herausholen (28.5.14)
Wird jetzt endlich alles gut? (8.8.2014) Jetzt geht's los (21.8.2014)

 

 

Über den "Bullerborn" gibt es eine Sage aus Nordrhein-Westfalen:

In dem Fürstentum Paderborn ist ein kleiner Fluss, die Becke oder der Bullerborn geheißen, des letzteren von dem Geräusche seines Wassers.

Vor Zeiten hat derselbe, eben wie das Meer, seine Ebbe und Flut gehalten, und so oft er mit seinem Wasser nach der Ebbe wieder im Ausfluss gewesen, hat die Gipfel der umstehenden Bäume ein Wind mit vielem Geräusche bewegt, worauf dann das Wasser ausgestoßen worden.

Als im Dezember des Jahres 1630 die Hessen sich des Stiftes Meister machten, ist dieser Bullerborn gänzlich vertrocknet; jedoch hält er nach solcher Zeit keine Ebbe und Flut mehr, sondern fließt beständig.

 

Meyers Großes Konversations-Lexikon über "Bullerborn"

Der Bullerborn (Bullerbrunnen) ist eine intermittierende Quelle (intermittierend bedeutet: zeitweilig aussetzend; nachlassend; mit Unterbrechungen)