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Jagdgenossenschaft Rannenberg-Bodenengern

Die Jagdgenossenschaft Rannenberg-Bodenengern ist - wie alle Jagdgenossenschaften - eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. In ihr sind alle Grundeigentümer der Auetaler Ortschaft Rannenberg vereint. Als öffentlich-rechtliche Genossenschaft dienen Jagdgenossenschaften sowohl dem direkten Nutzen der Allgemeinheit wie auch den Interessen der einzelnen Mitglieder. Allerdings besteht ein grundlegender Unterschied zu anderen Genossenschaftstypen. Der Beitritt zu Erwerbs- oder Wirtschaftsgenossenschaften ist freiwillig, die Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft ist es nicht. Da die Mitgliedschaft an den Besitz von Grundeigentum gekoppelt ist und per Gesetz erworben wird, dauert die Mitgliedschaft solange der Jagdgenosse die fraglichen Flächen besitzt.

Die Jagdgenossenschaft wird von einem gewählten Jagdvorstand geführt. Entscheidungen und Beschlüsse werden durch Abstimmungen getroffen, wobei eine Mehrheit der Personen und der Fläche maßgeblich ist. Die Leitprinzipien der Jagdgenossenschaft sind: Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Selbsthilfe und folgen somit dem klassischen Genossenschaftsmodell, wie es seit langem in der Gesellschaft verankert ist. Das Bundesjagdgesetz und die Jagdgesetze der Länder sorgen dafür, dass staatliche Aufsichts- und Gestaltungsmaßnahmen auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben können. Die Jagdgenossenschaften regeln ihre Verhältnisse in eigener Verantwortung.

Die Jagdgenossenschaft Rannenberg-Bodenengern ist Mitglied im Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Niedersachsen (ZJEN).

Blick auf den Vorstandstisch während der Jahreshauptversammlung 2009:

v.l.n.r. Der ehemalige Jagdpächter Wolfgang Harms, Kassenführerin Anja Gellermann, 1. Vorsitzender Friedel Hahne, Schriftführer Günther Partsch. Neuer Jagdpächter seit 2011 ist Herr Wolfgang Edler, 32457 Porta Westfalica.

 

Zur Geschichte der Jagdgenossenschaften

Bis 1848 stand das Jagdrecht dem jeweiligen Landesherrn als Jagdregal zu. Die deutschen Staaten hoben (mit Ausnahme von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz) diese Rechte im Gefolge der Revolution von 1848/49 auf. Jagd war nur noch auf auf eigenem Grund und Boden möglich. Durch die ungeregelte Möglichkeit der Jagdausübung ergab sich jedoch die Gefahr einer völligen Ausrottung des Wildes und der Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Existenz kleinbäuerlicher Betriebe, die auch von den - durch die Verringerung des Wildbestandes sinkenden - Jagderträgen abhängig waren. Die deutschen Staaten erließen daher in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts Gesetze, die das dem Grundeigentümer zustehende Jagdrecht und das Jagdausübungsrechts trennten. Das Jagdausübungsrecht wurde entweder den Gemeinden oder der Gemeinschaft der Grundeigentümer zuerkannt. Damit waren nach kurzer Zeit der durch die Revolution von 1848/49 geschaffene Zustand, dass jeder Eigentümer nach eigenem Belieben auf seinem Grund jagen durfte, durch die Trennung von Jagdrecht und Jagdausübungsrecht wieder beseitigt. Diese landesrechtlichen Regelungen zum sogenannten Reviersystem vereinheitlichte das Reichsjagdgesetz vom 3. Juli 1934, das die amerikanische Besatzungsmacht für ihre Zone 1948 aufhob. An dessen Stelle trat schließlich das Bundesjagdgesetz, das am 1. April 1953 Geltung erlangte und das Reviersystem bis heute beibehält.

Der Wirtschaftsweg in der Gemarkung "Dehrenbergs Kamp" wurde mit Schotter befestigt. Außerdem wurde der teilweise fast nicht mehr vorhandene Graben geräumt (Foto). Für diejenigen, denen die Gemarkungsbezeichnung fremd ist: "Dehrenbergs Kamp" liegt an der S-Kurve vor Bodenengern. Der Wirtschaftsweg verläuft über die Gemarkungen "Auf dem Bruch Lande" und "Auf dem X-Loh" in Richtung Paschenburger Straße.

Die Jagdgenossenschaft kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Ortsvorsteher um Grabenräumung, Wegebefestigung und den Rückschnitt von Büschen und Sträuchern an Wirtschaftswegen

 

Die Jagdgenossenschaft Rannenberg-Bodengern

   
Aufgaben Gemeinschaftliche Nutzung und Verwaltung ihres Jagdausübungsrechts auf den Grundflächen ihrer Mitglieder
Struktur Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Organe sind der dreiköpfige Vorstand und die Mitgliederversammlung.
Der Vorstand besteht aus Vorsitzendem, Schriftführer und Kassierer.
Aktivitäten Instandhaltung von Wegen und Gräben
Pflege von Wegrainen, Hecken und Buschwerk
Engagement für jagdliche Interessen
Pflege der Gemeinschaft
Wahrnehmung der Interessen der Jagdgenossenschaft und ihre Darstellung in der Gesellschaft
Ansprechpartner ist der Vorstand Vorsitzender: Friedrich Hahne, Rannenberger Str. 11, 31749 Auetal, Tel.: 05752/1265
Schriftführer: Günther Partsch, Bodenengern 4, 31749 Auetal, Tel.: 05753/1354
Kassiererin: Anja Gellermann, Am Margland 8, 31749 Auetal, Tel.: 05752/92226
Jagdpächter Wolfgang Edler, Ellerburger Str. 44, 32457 Porta Westfalica, Tel.: 0571/71345

 

Historie der Jagdgenossenschaft

Datum Bezeichnung
26.3.1964 Satzung der Jagdgenossenschaft Rannenberg vom 26.03.1964.

Jagdkreis Grafschaft Schaumburg Jagdbezirk 42 im Landkreis Rinteln.

Reviergröße ca. 432 ha, bejagbare Fläche ca. 412 ha, davon ca. 66 ha Wald, ca. 98 ha Wiese und ca. 250 ha Feld. Es handelt sich um ein Niederwildrevier.

Vorsitzender Wilhelm Wenthe, Beisitzer Friedrich Budde, Heinrich Stummeier.

Jagdpächter Dr. Carl Ludwig Wilkening.

Januar 1971 Josef Hansel und Friedrich Homeier.

Jagdpächter sind Dr. Carl Ludwig Wilkening und Rudolf Meyer

Februar 1977 nach dem Tod von Josef Hansel wird Helmut Partsch in den Vorstand gewählt.
Februar 1984 Friedrich Homeier wird Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Rannenberg / Bodenengern, Schriftführer wird Helmut Partsch, Kassierer wird Hartmut Dreyer.
April 1988 Neuverpachtung der Jagdflächen an
Wolfgang Harms und Wilhelm Karl Haepke.
Oktober 1993 Herr Haepke scheidet aus dem Pachtvertrag aus, Herr Harms ist alleiniger Pächter.
April 1997 Verlängerung des Jagdpachtvertrages an Herrn Wolfgang Harms bis März 2006.
Februar 2002 Neufassung der Satzung der Jagdgenossenschaft Rannenberg / Bodenengern.
Februar 2003 Friedrich Hahne wird Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Rannenberg/Bodenengern, Günther Partsch wird Schriftführer, Hartmut Dreyer bleibt Kassierer. Herr Homeier und Herr Partsch standen aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl.

Die aus dem Vorstand ausgseschiedenen werden auf der Jahreshauptversammlung 2004 mit einem Präsent bedacht und würdig verabschiedet.
JHV 2007 Nach 20-jähriger Kassenführertätigkeit scheidet Hartmut Dreyer auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Jagdgenossenschaft aus. Seine Nachfolge tritt die Jagdgenossen Frau Rechtsanwältin Anja Gellermann an.
2010 Der bisherige Jagdpächter Herr Wolfgang Harms kündigt zum 31.3.2011 aus gesundheitlichen Gründen den laufenden Jagdpachtvertrag auf. Der Fleischermeister, Herr Wolfgang Edler, wohnhaft Ellerburger Str. 44 in 32457 Porta Westfalica, tritt in den laufenden Jagdpachtvertrag ab dem 1.4.2011 ein, bis zum Ende der Pachtzeit am 31.3.2016.